Ein Investor aus Niederbayern hat sämtlichen 36 Mietparteien zum Jahresende gekündigt, um das Gebäude in ein renditeorientiertes Studentenwohnheim mit 126 Einheiten umzuwandeln. Wir verurteilen dieses Vorgehen als zutiefst unsozial und fordern von der Stadtverwaltung ein sofortiges Einschreiten.

Hinter den 36 Kündigungen stehen menschliche Schicksale. Dass langjährigen Mietern, Senioren und Menschen mit Behinderung unter Androhung von Räumungsklagen die Lebensgrundlage entzogen wird, nur um die Kaltmieteinnahmen durch winzige Apartments mehr als zu verdoppeln, ist moralisch nicht vertretbar. Besonders zynisch: Der Investor räumt im Kündigungsschreiben selbst ein, dass es auf dem „angespannten Ingolstädter Wohnungsmarkt logistisch unmöglich“ sei, Ersatz für so viele Menschen gleichzeitig zu finden – und setzt sie dennoch vor die Tür.

Der Bedarf an Studentenwohnheimen ist davon abgesehen absolut gesättigt: In den letzten Jahren wurden zahlreiche private und kirchliche Wohnheime (u.a. im Umfeld der THI und in der Nähe des Nordbahnhofs) fertiggestellt. Der eigentliche Mangel in Ingolstadt liegt nicht bei studentischen Kleinstapartments, sondern bei bezahlbarem Wohnraum für Rentner, Familien und Geringverdiener – genau jene Gruppe, die jetzt in der Stauffenbergstraße verdrängt wird. Die AfD-Stadtratsfraktion sagt klar: Der Erhalt gewachsener Nachbarschaften muss wichtiger sein, als die Schaffung teurer Apartments für Mieter, die nur vorübergehend hier wohnen. Einheimische dürfen nicht zu Bürgern zweiter Klasse werden.

Die Stadt muss dringend prüfen, ob das öffentliche Interesse am Erhalt von bezahlbarem Wohnraum schwerer wiegt als das Renditeinteresse des Investors. Die AfD-Stadtratsfraktion hat deshalb diesbezüglich drei Fragen an die Stadt für die nächste Stadtratssitzung am 26.03.2026 gestellt. Die Anfrage ist angehängt.